Was ist eigentlich „Systemisches Gesundheitscoaching“?

Viele von euch fragen sich vermutlich erst mal, was „Systemisches Gesundheitscoaching“ überhaupt ist und ob es für euch geeignet ist. 

Daher möchte ich euch als allererstes mal eine kurze Erklärung geben, was sich überhaupt hinter dem Begriff versteckt und wie es für euch anwendbar sein könnte.

Die Säulen des systemischen Gesundheitscoachings

Salutogenese

Die klassische Schulmedizin verstand Gesundheit in der Regel als eine reine Abwesenheit von Krankheit, sprich: solange ich nicht offensichtlich krank bin, bin ich gesund und umgekehrt, sobald ich irgendein Symptom habe, bin ich krank. Die Salutogenese befasst sich im Umkehrschluss mit der Entstehung von Gesundheit und  betrachtet Gesundheit als einen Prozess, den ich aktiv gestalten kann. Ich kann mich in diesem Modell gesund fühlen, auch während einer Krankheit oder auch krank fühlen, obwohl ich im klinischen Sinne gesund bin. Wir erfahren unsere Gesundheit also als ein individuelles Empfinden.

Die 3 essenziellen Säulen der Salutogenese, auf deren Basis wir alle weiteren gesundheitsfördernden Maßnahmen aufbauen können, sind:

Verstehbarkeit

…beschreibt unser Vertrauen, dass die Anforderungen aus der inneren und äußeren Erfahrungswelt im Verlauf des Lebens strukturiert, vorhersagbar und erklärbar sind.

Handhabbarkeit

…findet sich im Vertauen, dass unsere nötigen Ressourcen verfügbar sind, um den Anforderungen, die an uns gestellt werden oder die wir an uns selber stellen, gerecht zu werden.

Sinnhaftigkeit

…stellt sich ein, wenn diese Anforderungen für uns Herausforderungen darstellen, die unsere Investition und unser Engagement verdienen.

Wir nutzen aus dieser Logik bei der Salutogenese also die gesund machendenden Faktoren und fördern sie. Dadurch fühlen wir uns schnell gesünder und erkennen, dass wir unsere Gesundheit zu einem wesentlichen Teil selbst in der Hand haben. Wir erfahren Selbstwirksamkeit!

Resilienz

Als Resilienz bezeichnen wir die Fähigkeit gegenüber äußeren Bedingungen und Stresssituationen widerstandsfähig zu sein und unbeschadet aus diesen Situationen wieder hervorzugehen. Als Faktoren für diese Fähigkeiten spielen neben unserer Persönlichkeit und unseren persönlichen Einstellungen auch unsere Verhaltensweisen und äußere Einflüsse eine Rolle.

Vereinfacht modelliert fußt Resilienz auf 7 Grundsäulen (je nach Modell und Autor unterscheiden sich die Säulen etwas, folgen aber weitestgehend dem selben Prinzip):

Die vier Grundhaltungen

Akzeptanz Akzeptieren, was ist und was wir nicht beeinflussen können anstatt in der Vergangenheit oder Umständen zu hängen, die wir nicht verändern können.

Bindung Die Beziehung zu anderen Menschen pflegen – genauso wie die Beziehung zu sich selbst.

Lösungsorientierung Auch in Krisen nach Vorne schauen und Lösungen und Ziele im Blick behalten.

Gesunder OptimismusEinnehmen eines optimistischeren oder zumindest weniger negativen Blickwinkels.

Die drei Praktiken

Selbstwahrnehmung Stärkung der Beziehung zu sich selbst und die Signale des eigenen Körpers ernst nehmen.

Selbstreflektion Sich selbst hinterfragen und die eigene Perspektive wechseln, woher die eigenen Gefühle und Reaktionen kommen könnten.

Selbstwirksamkeit Den eigenen immer vorhandenen Handlungsspielraum und seine Auswirkungen vergegenwärtigen.

Wir können hierbei unsere Einstellungen, unser Verhalten und unsere Umwelt reflektieren und bewusst verändern. Damit können wir uns selbst resistenter gegen Stress machen und uns langfristig gesund erhalten.

Systemische Grundannahme

Wir sprechen heute oft davon uns ganzheitlich als Gesamtes zu betrachten. Mit dem Blick auf die Gesamtheit verlieren wir jedoch auch unter Umständen den Fokus für unsere Teilsysteme. Das systemische Konzept arbeitet hierbei mit der Annahme, dass wir aus verschiedenen Systemen bestehen – einem Körper, einem Geist, einer Seele, einem sozialen System, ein Umfeld, einer Arbeit, einer Familie… Alles, was wir sehen und mit dem wir in „Kommunikation“ stehen, wird damit automatisch Teil unseres Systems und umgekehrt. Unsere einzelnen Systeme arbeiten hierbei autonom und individuell und beeinflussen sich doch gegenseitig. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass es oft nicht direkt kausal oder logisch für uns erscheint und die Wechselwirkungen daher nicht offensichtlich sind. 

Das führt aber zu der wunderschönen Erkenntnis, dass nur DU allein der Experte für dein System sein kannst. Du bist so komplex in deinem Gesamtsystem verstrickt, dass ich als Coach niemals der Experte für dein Leben sein kann. Die Schwierigkeit besteht darin aufmerksam und achtsam dafür zu sein, in welchen Systemen wir uns befinden und wie sie uns und unsere anderen Teilsysteme beeinflussen.

Ich als Coach helfe dir mit meinen Tools und Erfahrungen deine eigene Wirklichkeit wahrzunehmen und aktiv, selbstwirksam gestalten und verändern zu können. 

Und wofür setzt man das jetzt ein?

Das ist das Schöne an dem Modell und der Systematik:

Wir können diese Grundprinzipien für fast alles in unserem Leben anwenden!

Typische Themen im Systemischen Gesundheitscoaching sind:

  • Änderung von Lebensgewohnheiten wie Ernährung oder Sport
  • Planung von oder Umgang mit Änderungen der persönlichen oder beruflichen Situation
  • Umgang mit Stress- oder Krisensituationen
  • Resilienzförderung
  • Gestaltung der persönlichen Gesundheit
  • Bewusste Selbstreflexion

Denn Gesundheit ist ganzheitlich zu verstehen. Vieles in unserem Leben kann uns krank machen – egal ob es aus unserem Körper kommt, eine Stressreaktion ist, ein Umwelteinfluss, schlechte Gewohnheiten oder Konflikte sind. Alles wirkt sich auf unser Gesamtsystem aus und kann sich irgendwo in und an uns manifestieren.

Und genauso können wir uns aber auch vieles innerhalb unseres Gesamtsystems zu Nutze machen, um uns gesundzuerhalten. Wir können uns mit Ressourcen stärken, die uns helfen einen Konflikt zu lösen, unsere Ernährung zu verbessern, Stress zu reduzieren, Beziehungen zu verbessern, uns fitter zu machen und so vieles mehr.

Wir müssen lernen, das eine vom anderen zu unterscheiden und erkennen, wie uns unsere Themen helfen können. Mit dieser Erkenntnis und der Erfahrung der Selbstwirksamkeit können wir auch jedes Thema in unserem Leben aktiv positiv beeinflussen. Und wenn es am Ende „nur“ die Einstellung ist, mit der wir an Dinge herangehen.

Gib mir die Gelassenheit, 

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, 

Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, 

das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wenn du Interesse an einem Systematischen Gesundheitscoaching hast kontaktiere mich gerne!

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